Spieltrieb

„Plastic-Planet“ können wir mittlerweile nicht nur unsere Umwelt nennen sondern auch das Umfeld von Kindern. Umgeben von haufenweise Kunststoff-Spielzeug, dass zudem meist die Funktionsweise vorwegnimmt ist es für Kinder schwer geworden eigene Kreativität auszuleben. Und dabei mein ich nicht nur Kreativität, sondern auch Phantasie. Schaut man sich heutzutage in einem handelsüblichen Spielzeugladen um, so fällt es schwer noch eigene Phantasie in die gegebenen Produkte zu integrieren. Doch Phantasie und Kreativität sind eines der wichtigsten Bauteile der Kindheit und sollten gefördert werden. In keiner anderen Altersgruppe ist Phantasie und das Entdecken der Umwelt so wichtig. In meinem Projekt Spieltrieb habe ich mich zuerst intensiv mit den Begriff der Freiheit, Selbstbestimmung und Fremdbestimmung auseinandergesetzt um eine Grundlage für mein weiteres Vorgehen zu schaffen. Diese habe ich in einer ersten These zusammengefasst. Um speziell auf die Thematik von Kindern einzugehen habe ich eine weitere These entwickelt, bei der es um die Aufmerksamkeit geht. Aufmerksamkeit ist wichtig. Gerade Kinder lassen sich schnell ablenken. Soll ein Produkt Kinder ansprechen, so muss dieses möglichst viel Aufmerksamkeit erzeugen. Soll das Produkt zusätzlich noch nachhaltig gestaltet sein, gilt es immer neue Anreize zu schaffen damit das Produkt nicht „out“ wird. Die Thesen stützen sich alle auf Erfahrungen welche ich in meiner WG mache. Diese besteht unter anderem auch aus einem fast zwei jährigem Kind. Durch diese Gegebenheit war es mir möglich Kontakt zu anderen Kindern dieses Alters zu knüpfen und, sehr wichtig, auch zu den Eltern. Unter diesen Umständen konnte ich Beobachten und Erfahrungen sammeln. Nach den gesammelten Erfahrungen und entwickelten Theorien ging es nun darum einen ersten Entwurf zu skizzieren. Ich entschied mich für ein modular funktionierendes Spielzeug, ähnlich eines Bauklotzes, da dieses komplette Freiheit in der Benutzung und Verwendung bietet. Um die dem Würfel zugrunde liegenden Grundkörper spannender zu gestalten, veränderte ich Haptik und Optik durch Einfräsungen. Jeweils mittig auf jeder Würfelseite befinden sich kreisrunde Vertiefungen. Durch flache Zylinder lassen sich die Würfel miteinander verbinden und ermöglichen zudem Bewegung. Das macht das Produkt spannender. Durch Magnete lassen sich die Teile einfach verbinden und wieder trennen. Wenn man aber ehrlich ist, dann sind die Grundmodule, also die Würfel, alleine nur von einer Altersspanne von einem bis zwei Jahren spannend. Also habe ich mich damit beschäftigt, wie man bis in ein höheres Alter, die benötigte Aufmerksam behalten kann. Die Lösung hierbei sind Applikationen. Durch das Hinzufügen von Applikationen, wie beispielsweise Tierköpfen und Ähnlichem, eröffnen sich weitere Möglichkeiten das Spielzeug zu verwenden. Das Kind kann nun nicht mehr nur abstrakt konstruieren sondern auch figürlich arbeiten. Dabei wird nicht vorgeschrieben auf welche Art das geschehen soll, was ja die Freiheit und Selbstbestimmung und damit dem Mehrwert meines Spielzeugs ausmacht. Geplant sind altersgerechte Applikationslinien. So wären die Tierköpfe sozusagen die Einstiegsapplikationen für ein niedriges Alter. Umgesetzt habe ich eine kleine Auswahl einer Roboter Kollektion (genannt ROBO-EDITION) mit Einzelteilen wie Köpfen, Beinvariationen und Armvariationen. Diese Kollektion wäre für Kinder ab 7 Jahren geeignet.

Projekt von Alba Schnettler / Wintersemester 2015/16