„Ich sehe was, das du nicht siehst“ – Eine haptische Märchensammlung

Seit Jahrhunderten haben Märchen eine wesentliche Bedeutung in den unterschiedlichsten Kulturen der Welt. Jeder wächst mit ihnen auf, egal ob mit der Märchensammlung der Gebrüder Grimm oder Disneys Neuinterpretationen – die Klassiker finden sich in jedem Bücherregal und werden auch in Zukunft von vielen Eltern vorgelesen werden. Dieser Bedeutung von Märchen gerade im Kindesalter widmet sich das Projekt „Ich sehe was, das du nicht siehst“.
Jedes Kind macht sich über das Gehörte hinaus Bilder dieser fabelhaften Erzählungen. Illustrationen in Bilderbüchern können die Fantasie dabei ankurbeln. Für blinde Kinder aber gibt es kaum Möglichkeiten, ihren Erfahrungsschatz durch Bücher zu erweitern. Sehr klein ist das Angebot an taktilen Bilderbüchern – und sehr hoch die Preise dafür.
„Ich sehe was, das du nicht siehst“ vereint daher das klassische Märchenbuch mit einem taktilen Erlebnis und wird dabei zum Spielzeug, welches das Kind anregt, beim Zuhören selbst aktiv zu werden. Es besteht aus einer Reihe von kleinen Holzplatten, die in ein Stecksystem hineinpassen. Auf diesen Platten sind jeweils verschiedene Materialien und Oberflächentexturen angebracht, die den jeweiligen Märchen zugeordnet werden können. Dem Interpretationsspielraum des Kindes sind dabei selbstverständlich keine Grenzen gesetzt. Verschiedene Kombinationsmöglichkeiten lassen ebenfalls Raum für völlig neue, eigene Märchengeschichten.
Das Projekt soll einerseits blinden Kindern eine Gelegenheit geben, ihre Fantasie zu entfalten und beim Spielen neue haptische Erfahrungen zu sammeln. Andererseits kann es natürlich auch von jedem anderen Kind spielerisch und erfinderisch genutzt werden. Es soll als ein übergreifendes Projekt verstanden werden und eventuell sogar das Verständnis füreinander stärken.

Projekt von Laura Bednarski und Philipp Ach  / Wintersemester 2013/14

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