WC Knigge – Über den Umgang in öffentlichen Sanitäranlagen

Unser Projekt soll die Umgangsformen auf öffentlichen Toiletten verbessern. Bisher waren Kniggeregeln mahnende oder belehrende, schriftliche Regelwerke. Wir möchten die Menschen aktiv dazu bringen sich mit Problemen auseinander zu setzen und ihnen den richtigen Umgang durch einen Selbstlernprozess nahe bringen. Die Umsetzung erfolgt durch Installationen und Anpassung der vorhandenen Mittel in öffentlichen Sanitäranlagen. Zusammengefasst wird das ganze in einem schriftlichen Konzept. Mit öffentlichen Sanitäranlagen decken wir ein Bereich ab, der abschreckt und für Erstaunen sorgt. So spricht selten einer gerne über Geschehnisse oder sein Verhalten auf dem stillen Örtchen. Genau dies ist der Grund warum wir Knigge auf diesen Bereich beziehen. Ein Thema mit dem sich alle in jeder Lebenslage identifizieren können und gleichzeitig ein Thema über das es wenig öffentlichen Austausch gibt. Aus unseren Erfahrungen heraus sind jedoch Männer sowie Frauen froh wenn es thematisiert wird und es zu Veränderungen kommt. Wir brechen damit ein Tabuthema zugunsten des persönlichen Empfindens einer Situation die uns ständig im Alltag begegnet. Unser Konzept baut auf den spielerischen Sinn im Menschen und die Verankerung durch Erinnerung der Umgangsformen an Ort und Stelle auf. Ziel war es kein Buch, welches unter der Vielzahl der vorhandenen Kniggebücher untergeht zu erstellen, sondern die Regeln in die Gegenwart und Zukunft zu bringen. Die Umgebung wird angepasst oder ergänzt. Aus einer Kombination aus digitaler Revolution und direkter Ansprache der Nutzer entsteht ein Konzept dem nicht so einfach aus dem Weg gegangen werden kann. Ein Ort an dem sonst Diskretion und Intimität ganz oben stehen wird zum Anschauungsort. Was passiert wenn wir beobachtet werden und im Geschehen nicht mehr alleine sind. Wir haben Bloßstellung und Regeln an Ort und Stelle angewandt. Viele Mechanismen und Abläufe gibt es bereits in anderen Ländern oder besonderen Bereichen. Wir haben die besten und sinnvollsten Anwendungen zu einem Konzept zusammen getragen um eine Sanitäranlage zu entwickeln, in der ein optimaler Umgang und für alle zufriedenes Benehmen herrscht. Am Ende des Semesters besteht unser Projekt aus zwei Teilen. Zum einen haben wir die Problemanalyse und Strategie in einem Plakat verschriftlicht und optisch aufbereitet. Der zweite Teil besteht aus der Umsetzung, der einzelnen Simulationen, auf der Herrentoilette in der Fachhochschule. Die Veranschaulichung soll dem Betrachter eine mögliche Realisierung der Lösungen zeigen.

Projekt von Mareike Ameling & Franziska Baxpöhler / Sommersemester 2015