Begegnungsräume – Der Anonymität unter Nachbarn entgegenwirken

Im Rahmen des Themas „Beschleunigung und Entschleunigung“ haben wir uns auf den Bereich Architektur fokussiert und uns mit dem beschleunigten Wohnen von Studenten beschäftigt. Ein Aspekt, welcher besonders herausgestochen ist, ist die vorherrschende Anonymität in städtischen Wohnkomplexen, ausgelöst durch beschleunigende Faktoren, die unsere Lebensweise beeinflussen, folgt der Funktionswandel der Wohnung als Entschleunigungsort. Unser Semesterprojekt „Begegnungsräume“ fasst einen Großteil unserer Recherche- und Umfrageergebnisse zum Thema Anonymität unter Nachbarn zusammen. Die Besucher dieser eintägigen Rauminstallation begegneten einerseits Zahlen und Fakten und andererseits sollten sie dazu angeregt werden ihren Nachbarn besser kennenzulernen.

Im Foyer der Fachhochschule haben wir zwei identisch gespiegelte Grundrisse aufgebaut, um durchschnittliche Wohnsituationen in Wohnkomplexen zu verdeutlichen und unsere direkte Zielgruppe zu erreichen. Ein Raum stellt einen Mehrpersonenhaushalt ohne Eltern dar und der andere einen Einpersonenhaushalt. Die aussagekräftigsten Auswertungsergbnisse unserer Umfragen verbildlichten wir symbolhaft anhand verschiedener Gegenstände in den Wohnungen. Sie beinhalteten hauptsächlich beispielhafte Vorteile einer funktionierenden Nachbarschaft. Zu jeder gestellten Frage gab es also einen Gegenstand, der mit ihr in Verbindung steht. Dadurch machen wir die Zahlen und Fakten erfahrbar. Unser gestalterischer Leitgedanke beinhaltet gelbe Aufkleber, die teilweise von den Gegenständen verdeckt werden. Hier drauf befindet sich die Frage oder der Fakt und daneben, außerhalb des Kastens die entsprechende Prozentzahl. Darüber hinaus haben wir Interaktionen in die Wohnungsbegehung eingebaut, um das Interesse und die Neugier der Besucher zu wecken. Als Besonderheit haben wir einen „Perspektivwechsel“ geplant. Von der Galerie im ersten Stock aus, hat man einen guten Blick auf die Grundrisse. Aus harmlosen und für den einen oder anderen vielleicht auch belanglosen Zahlen werden beängstigende Aussagen, die den Rezipienten wachrütteln sollten. Diese Fakten wurden erst durch die neue Perspektive sichtbar. Das Ziel dieser Begegnungsräume war es, die Besucher zum Nachdenken anzuregen und somit ein Bewusstsein für die vorherrschende Anonymität zu schaffen. Am Ende der Präsentation stand deshalb auch die Aussage: „Denkt dran: Ihr sitzt alle im selben Haus!“ Dieser Schriftzug war als Banner auf der Trennwand angebracht.

Projekt von Katharina Bergmann, Pia Willing und Rebecca Arnold/Wintersemester 2016/17